Sonntag, 10. April 2011

Ich Kriege Einen Anfall (IKEA) oder von solchen die auszogen das Möbeln zu lernen

Nun sind wir schon über ein Jahr in unserem neuen Heim und hatten an sich noch keine Möbel. Wir hatten zwar alles von Deutschland mitgebracht, aber wer uns aus Leipzig kennt weiß, dass wir da auch nicht gerade übereingerichtet waren. Ausnahme war Lei, Ihr Zimmer war gleich nach dem Einzug fertig.

Zwar hatten wir es geschafft im letzten Jahr Möbel für das Schlafzimmer zu kaufen (nach ewigem ablaufen von Möbelgeschäften) aber viel weiter waren wir noch nicht gekommen. Nach Weihnachten hatten wir uns mal wieder auf den Weg gemacht und sind im Großraum Wellington fündig geworden für ein Bett für Ocean und Victor. Was aber Möbel fürs Wohnzimmer angeht.... Je nun. Sofas sind riesig (wahrscheinlich haben ja alle 150 m2 große Zimmer und bei Regalen sah es ganz finster aus.  Entweder massive Kieferregale oder aber Konzepte, die preislich unerschwinglich waren.

Die Lösung war dann mal wieder IKEA.... Obwohl es das in Neuseeland  gar nicht gibt. Dafür gibt es ne Firma, die das Zeug nach Wunschliste aus Australien importiert. Und so kommt es dann zu den folgenden Bildern:

Endlich wieder ne IKEA Anleitung die den Geist fordert und zu Improvisationen anregt.

Zielstrebiges Aufbauen ist offensichtlich langweilig...

Das Resultat aber erwünscht und es war auch keine Schraube übrig (gefehlt hat auch keine). Nicht im Bild ist ein neuer Tisch und weitere Schränke vom Typ Billy. Da fehlen aber noch Teile, die es in Australien auch nicht gibt, die muss ich dann mal von Deutschland mitbringen (um einen Eckschrank aufzubauen).

Mein Arbeitszimmer hat auch ein kleines Sofa abbekommen.  

Und was ist die versteckte Nachricht in diesen Bildern? Beide Sofas können in Betten verwandelt werden. Also? An uns liegt es nicht mehr :-).

Sonntag, 3. April 2011

Bei den Pfadfindern

Vor einer Woche waren Ocean und ich übers Wochenende im Pfadfindercamp. Wenn ich nicht falsch liege sind die deutschen Pfadfinder teil des internationalen Scout Movement und so gibt es auch einen Neuseeländischen Zweig.

Ocean ist noch nicht so alt, dass er da schon alleine hinfahren darf. Er gehört zur Altersklasse der Keas (ein frecher einheimischer Papagei). Deshalb musste Vati mit :-). Das letzte Wochenende war unter dem Motto der Geschichte von Alice im Wunderland so dass wir alle ein Halstuch umbekamen (ja, ich auch!) mit jeweils Kreuz, Pik, Herz bzw. Karo drauf (wir waren Herz). Es wurden dann im Laufe des Nachmittags Situationen nachgespielt und nachgestellt, die aus dem Buch sind wie zum Beispiele das Croquet Spiel der Herz Dame. Ocean sitzt hier beim Turnier gerade und wartet bis "Herz" wieder an der Reihe ist.


Im Buch wurden für das Spiel zwar Flamingos verwendet, aber da hatte der Tierschutz Einwände, so das sich jedes Kind erst mal einen Schläger basteln durfte.

Nun, ich gebe zu, dass ich mich manchmal bisschen an die Pioniere erinnert gefühlt habe. Es war auch eine Begegnung der besonderen Art als am Sonntag Morgen bei einer kurzen Andacht auch der Königin gedacht wurde (diesmal der richtigen und nicht der aus dem Buch). Aber schließlich lebe ich hier und das ist Bestandteil dieses Landes und dessen Kultur. Außerdem war es gar nicht schlecht, dass Ocean mal selber sein Geschirr (per Hand!) abwaschen musste:


Zu Oceans Ehre muss ich erwähnen, das er sich strickt gegen Hilfe von mir gewehrt hat!
 
Leider hat uns das Wetter einen Strich durch das Lagerfeuer am Abend gemacht. Dafür war uns der Wettergott am Sonntag Vormittag gnädig als es ans Paddeln und Flossfahren ging:




Auf der Heimfahrt (der Vater von Oceans Klassenkameraden hatte uns mitgenommen) sind beide Jungs Nachmittag um zwei in den Tiefschlaf gefallen...

Mittwoch, 30. März 2011

Trinken für den guten Zweck

Dieser Leitspruch war nie mehr wahr als gestern Abend. Mache wissen, dass ich einmal pro Monat zur Whisky-Verkostung gehe. So auch gestern. Das besondere war aber, dass es eine Benefiz Veranstaltung war für einen Whisky-Händler in Christchurch, dem das Erdbeben bisschen sein Lager durcheinander gerüttelt hat. Nun, um ehrlich zu sein, das Lager war ne große (und teure Pfütze). Es gab aber Flaschen, die nicht kaputt waren. Dennoch waren die nicht mehr zu verkaufen, da die Etiketten oder auch das Glas leicht beschädigt ist. All diese Flaschen sind gestern Abend zur Verkostung (das ist ein Link auf die aktuelle Verkostung, wird also in ein paar Tagen nicht mehr auf die Verkostung von gestern zeigen) aufgefahren worden und andere Flaschen überdies versteigert. Ursprünglich hatte ich vor eine Flasche mit nach Hause zu bringen, aber die Angebote erreichten schnell 400, 500, 600 und einmal auch 700 Dollar, so das mein Budget deutlich überzogen war...

Geschmeckt hat es trotzdem.

Sonntag, 20. März 2011

Drachenbootfestival

Heute war Drachenbootfestival. Bei bestem Wetter und vor allem fast ohne Wind. Samstags sind die Rennen der Erwachsenen und am Sonntag tummeln sich die Schüler. Lei war mit ihrem Team von Wellington High School mit dabei und nach ihrer Angabe ist es so mittelmäßig gelaufen.



Das zweite Bild zeigt das Boot von Leis Team bei der Einfahrt in die Lagune (wo die Bote aus dem Wasser gehoben werden) nach einem hoffnungslosen Rennen von Ocean und mir den Kai entlang um mit den Boten an der Ziellinie zu sein. Na ja, wir haben es versucht.

Samstag, 12. März 2011

School Fair

Heute war Schulkirmes in Oceans Schule. Ich habe keine Ahnung, ob man "School Fair" so übersetzen kann aber das trifft es, denke ich.



Es wird schon Wochen davor gesammelt und Tage davor gebacken (zu unserer Schande muss ich gestehen, dass wir diesmal nur kaufend teilgenommen haben). Und all diese gestifteten Dinge werden dann verkauft und das geht von Kleidung über Kuchen hin zu Spielzeugen und allgemeinen Haushalt-Dingen. Wir haben zugeschlagen bei Spielzeugen und Büchern, Lei hält hier ihre neue Errungenschaft in den Händen:


Zudem gibt es jede Menge zu essen und zu trinken und auch ein kleines Karussell, Hüpfburg und Kokosnuss-werfen. Ocean hatte letztes Jahr einen Treffer erzielt , hat aber dieses Jahr knapp an der Nuss vorbei geworfen (da hat der Standbesitzer bisschen mit der Hand nachgeholfen und so ist die Nuss doch noch vom Ständer gefallen :-)):


Der Ertrag von all dem Verkauf geht normalerweise in den Schulhaushalt. Dies Jahr  geht aber ein Teil als Spende nach Christchurch.

Freitag, 11. März 2011

Zweieinhalb Wochen danach

Zur Zeit gibt es hier zwei Sorten von Menschen: Leute die hier leben und irgendwann wieder nach hause wollen. Studenten, Doktoranden, Touristen. Die haben eine gute Chance, dass sich während deren Aufenthalt ein solches Erdbeben wie am 22. Februar nicht wieder ereignet.

Und dann gibt es diejenigen, die hier leben und denen das zu hause ist. Die haben eine  gute Chance, dass sich gleiches an ihrem Ort wiederholt. Das bedeutet, dass man anfängt sich Strategien zurechtlegt, was man macht, nachdem Telekommunikation, Straßenverkehr und Infrastrukturen (Wasser, Strom, Abwasser, Supermärkte) weggebrochen sind.  Gegen den Einschluss in Gebäuden, wenn er denn stattfindet, ist sowieso kein Kraut gewachsen.  Darum muss man sich also nicht sorgen. Die Frage ist, wo das Brot und Wasser herkommt für die Tage danach. Oder wo man unterkommt, wenn es das eigene Haus mit erwischt. Alles keine fremden Gedanken, aber näher seit dem Beben in Christchurch.

Näher auch durch Kollegen aus der Uni in Christchurch, die ggf. nach Wellington oder andere Orte ausweichen. Es ist leicht sich vorzustellen, das so ein Erdbeben eine Veränderungen an den Glasapperaturen der Chemiker anrichtet. Chemielager haben sich in eine interessante Form von Sondermülldeponie umgewandelt. Näher ist es nicht zuletzt auch weil ein Kollege seine Frau in in dem eingestürzten Fernsehzentrum verloren hat.

Es gibt aber auch Mut und den Willen die Stadt wieder aufzubauen. Vorlesungen finden in großen Bierzelten statt, Dienstbesprechungen bei McCafe. Kinder schätzen die Stärke der täglich auftretenden Nachbeben und messen sich darin mit den Erwachsenen. Tatsächlich haben wir zur Zeit vermehrt Beben, drei innerhalb einer Woche. Wen das mehr interessiert wird hier vielleicht fündig: www.geonet.org.nz/earthquake/

Dienstag, 22. Februar 2011

Erdbeben in Christchurch

Zunächst: Wellington ist ein ganzes Stück weg von Christchurch was bedeutet, dass wir hier (außer durch die Nachrichten) von dem Erdbeben gestern nichts mitbekommen haben.

Zweitens, warum diesmal Tote und erhebliche Schäden in der Stadt obwohl doch das Beben letztes Jahr viel Stärker war. Die Antwort ist einfach. Das Epizentrum lag nur 10 km vom Stadtzentrum weg und war nahe an der Oberfläche (5km tief). Dazu kommt, dass das Beben im letzten Jahr in der Nacht war und die Straßen leer. Diesmal war das kurz vor eins Mittags und herunterstürzende Gebäudeteile sind damit tötdlich, wenn man darunter steht. Zwei Busse sind von Fassaden getroffen worden.


Hier noch einen Link zu einer Seite ein, die aktuelles weiß, allerdings in Englisch.


Liebe Grüße aus Neuseeland

Petrik